POP3sync: Thunderbird-POP3-Synchronizer

01.05.2009 Yahe administration code legacy windows

Ich habe mich endlich einmal daran gemacht, eines meiner größten E-Mail-Leiden zu bekämpfen. Ich habe einen Thunderbird-POP3-Synchronizer namens POP3sync geschrieben!

Warum überhaupt solch ein Tool?

Ich benutze für das Abrufen meiner E-Mails das POP3-Protokoll mit der zusätzlichen Einstellung, dass Mails nach dem Abrufen auf dem Server belassen werden sollen. Dadurch habe ich immer eine Online-Kopie meiner Mails für den Notfall. Allerdings kriegt man auch Mails, die man nicht mehr als Backup benötigt (z.B. Spam). Diese musste ich bisher mühsam manuell vom Server löschen, da mein E-Mail-Client Thunderbird nicht in der Lage ist, Mails vom Server zu löschen, wenn ich diese auf meinem Rechner vollständig (also aus dem Papierkorb) gelöscht habe.

Vor der Durchführung der Synchronisierung ist es empfehlenswert, alle POP3-Accounts seines Thunderbird-Profils zu "komprimieren", zum Beispiel mit XPunge. Da das Programm ziemlich tief in ein Thunderbird-Profil eingreift, wird zudem angeraten, Thunderbird vor dem Start des Tools zu beenden. Das Tool informiert den Anwender deshalb mehrfach darüber, dass es gefährlich sein kann, Thunderbird während der Synchronisation weiterlaufen zu lassen.

Warnung: Thunderbird läuft

Warnung: Profil wird verwendet

Für die Auswahl des zu synchronisierenden Profils gibt es mehrere Möglichkeiten. Zum einen liest das Programm beim Start die Profile der lokalen Thunderbird-Installation aus und zum anderen kann man durch wählen des Eintrags "...Custom Location..." den Pfad zum Profil selber festlegen. Angegeben werden muss dabei unbedingt der Ordner, in dem sich z.B. die Datei "localstore.rdf" befindet!

Danach werden alle POP3-Accounts des gewählten Profils aufgelistet. Alle angekreuzten Accounts werden nach dem Klick auf den Knopf "Start Synchronization" bearbeitet. Zuerst wird eine Liste aller E-Mails generiert, die sich in den POP3-Accounts finden lassen. Besonders wichtig sind hierbei die, "UIDLs" genannten, eindeutigen E-Mail-IDs.

E-Mail-Scan

Leider kann es vorkommen, dass einige E-Mails keine UIDL beinhalten. Das ist zum Beispiel bei gesendeten E-Mails, bei Servern ohne UIDL-Support oder bei über IMAP abgerufenen E-Mails der Fall. Bei diesen E-Mails besteht leider die geringe Wahrscheinlichkeit, dass sie vom Server gelöscht werden, obwohl sie lokal noch genutzt werden. Im Regelfall sollte dies jedoch nicht geschehen. Über diesen Umstand wird auch während der Programmausführung informiert, falls mehr E-Mails als UIDLs gefunden werden.

UIDL-Warnung

Nachdem alle E-Mails gescannt wurden, werden die Befehlslisten für Thunderbird geschrieben. Diese befinden sich für jeden Account in der Datei "popstate.dat". Dort werden alle UIDLs, die nicht in den Mails gefunden wurden, zum Löschen freigegeben.

Popstate.dat-Generierung

Nachdem alles fertig generiert wurde, hat man noch ein letztes Mal die Chance, den ganzen Vorgang abzubrechen. Aber auch danach ist noch nichts verloren. Für jede überschriebene Datei wird im Ordner "Backup" ein Backup der vorherigen Version der "popstate.dat" angelegt. So kann man die Änderungen auch nachträglich noch rückgängig machen. Voraussetzung ist, dass Thunderbird nicht im Hintergrund läuft!

Letzte Chance zum Abbruch

Nachdem der Vorgang fortgesetzt wurde und alles funktioniert hat, bekommt man einen Hinweis, was als nächstes zu tun ist.

Synchronisation abgeschlossen

Auch die erzeugten Backups sollten nun an ihrem Platz sein. Deren Namen dürften eindeutig genug sein. Sie beinhalten den Namen des zugehörigen POP3-Accounts, das Erstellungsdatum und den originalen Dateinamen.

Backupdatei

Als nächstes heißt es nun, Thunderbird zu starten und die Mails abzurufen. Es kann diesmal eine ganze Weile länger dauern als üblicher. Solange das Update läuft, sollte man beim Versuch, die Mails erneut abzurufen, die Fehlermeldung erhalten, dass der Ordner gerade verwendet wird.

E-Mails in Thunderbird abrufen

Thunderbird-Warnung

Am einfachsten kann man den Erfolg der ganzen Aktion natürlich dann verfolgen, wenn man die Möglichkeit hat, auf die Mails auch über ein Webinterface zuzugreifen. Bei meinem Testaccount war der Erfolg zum Beispiel ziemlich deutlich zu erkennen.

E-Mail-Übersicht: vorher

E-Mail-Übersicht: nachher


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